Köln: Es ist Sonntagabend. Das Waschbecken läuft nicht mehr ab. Das Wasser steht. Irgendwo tief im Abfluss hat sich über Wochen eine klebrige Mischung aus Haaren, Seifenresten, Zahnpasta und – man will es lieber nicht so genau wissen – allem anderen angesammelt.
Der Klempner-Notdienst kostet am Wochenende 180-250 Euro Anfahrtspauschale. Zuzüglich Arbeitszeit.
Und das Schlimmste: Es war vollständig vermeidbar.
Das weiß niemand besser als Georg Hainz. Der Kölner Installateur hat über 31 Jahre lang Sanitäranlagen gewartet, repariert und entstopft – in Privathaushalten, Mietwohnungen, Hotels und Bürogebäuden.
Sein ernüchterndes Fazit nach drei Jahrzehnten: Mindestens 80% aller Abfluss-Notrufe, die er je entgegennommen hat, hätten mit einem einzigen simplen Hilfsmittel verhindert werden können.
„Ich bin mein ganzes Berufsleben lang für Probleme bezahlt worden, die kein Mensch hätte haben müssen. Irgendwann wollte ich damit aufhören."
Hainz hatte im Laufe seiner Karriere so ziemlich jeden Abfluss-Filter auf dem Markt getestet. Das Ergebnis war immer dasselbe: entweder saßen sie so locker, dass der Dreck trotzdem durchrann, oder so fest, dass man eine Zange brauchte um sie zu reinigen – und sich dabei zwangsläufig die Finger in dem Zeug schmutzig machte, das sich darin angesammelt hatte.
"Das eigentliche Problem war nie die Filteridee. Das Problem war die Ausführung. Niemand hat sich ernsthaft damit beschäftigt, wie das Ding in der Praxis funktioniert – beim Einsetzen, beim Entleeren, beim Reinigen. Die wurden am Reißbrett von jemandem entwickelt, der selbst nie einen Abfluss entstopft hat."
Nach seiner Pensionierung nahm Hainz das Problem selbst in die Hand. Er entwickelte einen Abflusssieb, der auf einer simplen, aber bis dahin ignorierten Idee basiert: Ein innerer Anti-Verstopfungs-Korb mit präzise berechneten Lochdurchmessern, der Haare und Rückstände gezielt auffängt – kombiniert mit einem federgespannten Ein-Knopf-Mechanismus, der den Abfluss öffnet und schließt und gleichzeitig den Korb zum Entleeren freigibt, ohne dass man ihn mit den Händen berühren muss.