München: Stellen Sie sich vor, Sie kaufen eine Glühbirne, die nie durchbrennt. Einen Reifen, der nie abfährt. Eine Rasierklinge, die nie stumpf wird.
Für die Industrie ist das der absolute Albtraum. Für Sie wäre es die beste Anschaffung Ihres Lebens.
Genau das hat Klaus Breuer gebaut.
Und genau deshalb wurde er gefeuert!
Breuer arbeitete 14 Jahre lang als leitender Konstrukteur bei einem der größten deutschen Elektrogerätehersteller – zuletzt verantwortlich für die Entwicklung von Rasier- und Pflegeprodukten.
In dieser Zeit hat er eines sehr genau gelernt: Wie man Produkte so baut, dass sie regelmäßig Nachkäufe erzwingen.
"Das nennt sich in der Branche 'Planned Obsolescence' – geplante Obsoleszenz. Die Klinge wird so konstruiert, dass sie nach drei bis vier Wochen spürbar schlechter rasiert. Nicht weil das technisch nötig wäre. Sondern weil man will, dass Sie neue Klingen kaufen."
Breuer hatte in seiner Laufbahn Zugang zu Materialforschungen, die in der Consumer-Industrie bewusst ignoriert werden: Hartmetall-Legierungen und keramikbeschichtete Titanverbunde, die in der Luft- und Raumfahrt sowie der Medizintechnik eingesetzt werden – mit einer nachgewiesenen Standzeit von mehreren Jahrzehnten unter Dauerbeanspruchung.
Klingenmaterial, das schlicht und ergreifend nicht stumpf wird!
"Als ich meinem Vorgesetzten vorschlug, dieses Material für unsere Rasierer einzusetzen, war die Antwort eindeutig: 'Das ruiniert unser Klingengeschäft.' Zwei Monate später wurde ich fristlos gekündigt."
Nach seiner Kündigung beschließt Breuer: Er baut den Rasierer, den die Industrie niemals bauen wollte.
Mit seiner Abfindung mietete er sich einen Werkstattraum in Augsburg und begann, das zu entwickeln, was er in 14 Jahren immer nur denken, aber nie umsetzen durfte:
Einen Rasierer mit einer Klinge aus keramisch beschichtetem Titan-Hartmetall – demselben Material, das in chirurgischen Instrumenten und Hochleistungsturbinen verbaut wird.