Wuppertal: Fast jeder kennt das Problem: Der Lieblingspullover ist eigentlich noch völlig in Ordnung, doch kleine Knötchen und Fusseln lassen ihn plötzlich alt und ungepflegt aussehen.
Auch Sofas, Mäntel und Decken verlieren durch die tägliche Reibung schnell ihre ursprünglich glatte Oberfläche.
Fusselrollen helfen kaum. Das mühsame Abschneiden mit einer Schere kostet nicht nur Zeit, sondern kann den Stoff sogar dauerhaft beschädigen.
Genau das wollte der 61-jährige Textiltechniker Wolfram Ahrensberg nicht länger hinnehmen.
Mehr als 35 Jahre arbeitete Wolfram Ahrensberg in der deutschen Textilindustrie und beschäftigte sich dort mit der Verarbeitung und Haltbarkeit unterschiedlichster Stoffe.
Die entscheidende Idee für Textora™ kam ihm jedoch ausgerechnet bei einem alten Perserteppich...
Das Geheimnis alter Perserteppiche brachte ihn auf die entscheidende Idee
Bei einem Besuch in einer traditionellen Teppichwerkstatt beobachtete Wolfram, wie ein Restaurator einen wertvollen, aber stark abgenutzt wirkenden Perserteppich bearbeitete.
Der Teppich sah stumpf, gräulich und an vielen Stellen ungepflegt aus. Wolfram war sich sicher, dass er kaum noch zu retten war.
Doch anstatt ihn zu ersetzen oder neu einzufärben, setzte der Restaurator eine spezielle Schermaschine an.
Hauchdünn trug er die oberste Schicht des Teppichflors ab.
Nur wenige Millimeter.
Dabei verschwanden die aufgerauten, verfilzten und stumpf gewordenen Fasern von der Oberfläche. Die Struktur wurde wieder gleichmäßig und die ursprünglichen Farben des Teppichs kamen plötzlich deutlich kräftiger zum Vorschein.
„Ich konnte kaum glauben, dass es derselbe Teppich war. Wenige Minuten zuvor sah er alt und verbraucht aus – danach wirkte er beinahe wie neu.“
Dieses traditionelle Verfahren wurde bei hochwertigen Orient- und Perserteppichen bereits seit Jahrzehnten angewendet.
Es entfernte nicht den eigentlichen Schmutz aus dem Teppich. Doch durch das feine Abscheren der abgenutzten oberen Faserschicht wirkte dessen Oberfläche wieder glatter, gleichmäßiger und farbintensiver.
Auf der Heimfahrt ließ Wolfram dieser Gedanke nicht mehr los: Wenn man einen alten Perserteppich auf diese Weise retten kann – warum sollte das nicht auch bei Kleidung und anderen Textilien funktionieren?
Pullover, Mäntel, Decken und Sofas bestehen schließlich ebenfalls aus unzähligen einzelnen Fasern.
Durch Reibung lösen sich mit der Zeit winzige Faserenden, verfilzen miteinander und bilden die typischen Knötchen auf der Oberfläche.
Dieses sogenannte Pilling lässt selbst hochwertige Textilien schnell alt und ungepflegt aussehen – obwohl der darunterliegende Stoff häufig noch vollkommen intakt ist. Herkömmliche Fusselrollen entfernen lediglich lose Haare und oberflächlichen Staub.
Die fest mit dem Stoff verbundenen Knötchen bleiben zurück.
Wer sie mit der Hand abzupft, zieht häufig weitere Fasern aus dem Material. Bei einer Schere genügt eine einzige unvorsichtige Bewegung und schon befindet sich ein Loch im Lieblingspullover.
Wolfram wollte deshalb das jahrzehntealte Prinzip des Teppichscherens verkleinern und für alltägliche Textilien nutzbar machen.
Seine Idee: eine Art handliche Schermaschine für Kleidung, Sofas und andere empfindliche Stoffe
Das war allerdings schwieriger als gedacht.
Eine Maschine für schwere Teppiche wäre für einen Pullover viel zu grob. Die Klingen durften den eigentlichen Stoff niemals direkt berühren und trotzdem mussten sie stark genug sein, um hartnäckige Knötchen sauber abzutrennen.
Gemeinsam mit einem kleinen Hersteller begann Wolfram deshalb, unterschiedliche Schutzgitter, Klingensysteme und Motoren zu testen.
Die ersten Prototypen enttäuschten ihn.
Einige waren zu schwach. Andere erfassten nur winzige Flächen. Wieder andere zogen an den Fasern, anstatt sie sauber abzuschneiden.
Doch Wolfram gab nicht auf. Monatelang verfeinerte er das ursprüngliche Prinzip, bis ihm schließlich der entscheidende Durchbruch gelang.
8 Monate später präsentiert er stolz seine Erfindung: den Hoffmarkt Textora™